Es geht um Adipositas-Chirurgie!
Jetzt wird der eine oder andere sicherlich schon mit den Augen rollen oder denken was hat das mit Diabetes zu tun?
Doch bevor ich nun richtig loslege,erstmal vor weg-Ich bin und bleibe ein absoluter Gegner einer Schönheitsoperation und zu der zähle ich auch die Adipositas-Chirurgie.Ich möchte euch nicht davon abbringen,diese vielleicht auch ins Auge zufassen:Nein ich möchte euch sensibilisieren,einfach drüber nachzudenken,ob es wirklich Sinn macht sich einer solchen OP zu unterziehen,weil es einfacher und bequemer für Euch ist,als auf euren alten Gewohnheiten zu verzichten.
Ich möchte kurz erklären warum:
Zu meinem Standpunkt gehört: Ich habe mir das "an gefressen" und ich muss es auch alleine wieder los werden.Aber das ist meine persönliche Meinung und ich möchte nicht,das sich durch meine Meinung jemand auf den Schlips getreten fühlt.Jeder darf und sollte für sich entscheiden,ob er diese drastische Maßnahme und deren Komplikationen in Kauf nehmen möchte.
Wie komme ich gerade auf dieses Thema? Ich hatte vor kurzem eine Unterhaltung mit einer Freundin und sie wollte sich operieren lassen.Was soll ich sagen: Sie hatte ihre Meinung und ich meine.
Da trafen Welten aufeinander und jeder wollte seinen Standpunkt vertreten.
Das Ende vom Lied war sie hatte noch ihre Meinung und ich halt meine :)
Adipositas-Chirurgie.
Ich möchte nun einen Text benutzen,den ich in der Apotheken-Umschau zu diesem Thema gelesen habe.
Adipositas-OP: Diabetes mit Skalpell heilen?
Operationen gegen Übergewicht können auch die Blutzuckerwerte bei einem Typ-2-Diabetes bessern. Doch die Eingriffe bergen Risiken
Der Begriff Adipositas-Chirurgie fasst mehrere Formen von Eingriffen
zusammen, die entweder das Fassungsvermögen des Verdauungstrakts
verkleinern, die Aufnahme von Nährstoffen einschränken oder beide
Ansätze vereinen. Für fettleibige Menschen, bei denen herkömmliche
Maßnahmen nicht greifen, kann die Adipositas-Chirurgie daher eine
Möglichkeit sein, ihr extremes Übergewicht zu reduzieren.
Seit einiger Zeit zeichnet sich ab, dass die Adipositas-Chirurgie nicht nur das Gewicht sinken lassen kann, sondern auch den Blutzuckerstoffwechsel verbessert oder sogar normalisiert*
– und zwar schon vor einer Gewichtsreduktion. Was diese schnelle
Blutzuckersenkung bewirkt, ist bislang nicht geklärt. Im
Verdauungstrakt werden jedoch zahlreiche Botenstoffe gebildet, von denen
viele den Kohlenhydratstoffwechsel und die Appetitregulation
beeinflussen. Möglicherweise verändert sich deren Produktion und
Freisetzung nach einer Operation. Ein Beispiel dafür ist das Inkretinhormon GLP-1, das die Insulinfreisetzung aus der Bauchspeicheldrüse erhöht.
Adipositas-OP kann Zuckerwerte verbessern
In Studien erreichten kurz nach den Eingriffen zwischen 40 bis über 90 Prozent der adipösen Menschen mit Typ-2-Diabetes auch ohne Medikamente normale Blutzuckerspiegel. In einer großen Vergleichsstudie traf dies nach 15 Jahren immerhin noch auf 30 Prozent der operierten Patienten zu, während es bei nichtoperierten lediglich gut sechs Prozent waren. Mit anderen Worten: Der Effekt auf die Blutzuckereinstellung ist keineswegs bei allen Patienten dauerhaft. Operierte Patienten entwickelten in Studien seltener diabetische Folgekomplikationen, beispielsweise an den Augen, an den Nieren und am Herz-Kreislaufsystem. In weiteren Untersuchungen zeigte sich, dass sich nach Adipositas-Operationen der Fettstoffwechsel und der Blutdruck bessern und die Schmerzbelastung an den Gelenken sinken kann, eine Schlafapnoe verschwindet häufig.
Einige wichtige Verfahren im Überblick:

1. Das Magenband
Etwas unterhalb des Mageneingangs wird ein verstellbares Silikonband
um den Magen geschlungen, sodass eine tischtennisballgroße Tasche
übrigbleibt. Patienten sind sehr rasch satt, der Verdauungstrakt bleibt
vollständig erhalten.

2. Der Schlauchmagen
Ein Großteil des Magens wird für immer entfernt, darunter auch jener
Teil, der das appetitanregende Hormon Ghrelin produziert. Die Wirkungen
sind ähnlich wie beim Magenband, durch den Ghrelinmangel verspüren die
Patienten zudem weniger Hunger.

4. Die biliopankreatische Diversion
Der Magen wird verkleinert. Ein Teil des Dünndarms wird mit dem Magen
verbunden, der andere nimmt die Verdauungssäfte aus Galle und
Bauchspeicheldrüse auf und wird an den unteren Dünndarmabschnitt
angeschlossen. Die Aufnahme von Nährstoffen ist dadurch sehr stark
eingeschränkt.
Die Verfahren haben alle ihre Vor- und Nachteile. So ist das
Magenband technisch vergleichsweise einfach durchzuführen, allerdings
ist der Effekt auf das Körpergewicht nicht so ausgeprägt. Umgekehrt
lassen die Schlauchmagen-Operation, der Magen-Bypass und die
biliopankreatische Diversion die Pfunde stärker purzeln, aber sie sind
technisch aufwändiger und haben spezifische Nebenwirkungen. Was die
beste Lösung ist, hängt daher vom Einzelfall ab.
Die Eingriffe sind nie ohne Risiken
Zudem sind die Eingriffe teils sehr aufwändig und sie bergen Risiken. Dazu zählen einerseits die üblichen Narkose- und Operationsrisiken wie Wundheilungsstörungen, Infektionen oder die Bildung von Blutgerinnseln in den Beinvenen oder der Lunge. Zum anderen kann es auch im weiteren Verlauf zu Beeinträchtigungen kommen. Typisch sind beispielsweise Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsstörungen, insbesondere Patienten mit Magen-Bypass und biliopankreatischer Diversion entwickeln unter Umständen Ernährungsdefizite, die durch Ergänzungsmittel ausgeglichen werden müssen.
Nie ohne umfassende Betreuung und Beratung
Darüber hinaus kann bei ihnen das so genannte Dumping-Syndrom auftreten. Dabei wird der Mageninhalt ohne ausreichende Vorverdauung schlagartig in den verkürzten Dünndarm entleert. Im ungünstigsten Fall treten dann Kreislaufstörungen bis hin zum Kollaps auf. Weiter sollten Patienten wissen, dass es unter Umständen nicht bei einer Operation bleibt. Durch die starke Gewichtsabnahme entstehen oft Hautschürzen. Wer sich einer bariatrischen Operation unterziehen möchte, muss daher umfassend vorbereitet und anschließend langfristig weiterbetreut und beraten werden.
Für wen kommt eine solche Operation überhaupt infrage?
Erste Bedingung für eine Operation ist ein Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 40 beziehungsweise zwischen 35 und 40, wenn gleichzeitig ein Diabetes, Bluthochdruck oder andere Adipositas-bedingte Erkrankungen vorliegen. Als weitere Bedingung müssen Patienten vor einer Operation erfolglos versucht haben, ihr Gewicht auf konventionelle Weise zu senken. Das heißt beispielsweise, dass sie unter ärztlicher Aufsicht Diäten durchgeführt und Sportprogramme absolviert haben.
Und schließlich ist da noch die Frage, wer die Kosten der Therapie übernimmt. Die Gesetzlichen Krankenkassen tun dies derzeit nur nach einer Einzelfallprüfung. Grundlage dafür ist ein Antrag, in dem die medizinische Notwendigkeit des Eingriffs sowie vorherige erfolglose Versuche der Gewichtsreduktion dokumentiert sind. Darüber hinaus müssen Patienten glaubhaft versichern, dass sie ihre Ernährungsgewohnheiten und ihre sportlichen Aktivitäten nach der Operation anpassen werden. Angesichts dieser Hürden wird die Adipositas-Chirurgie für stark übergewichtige Diabetespatienten daher vorerst eine seltene Behandlungsform bleiben.
Und genau das muss jeder als Bedenken haben: Es handelt sich um einen Eingriff der viele Risiken birgt.
Was also passiert,wenn das Magenband wieder entfernt wird? Man aber nichts an seiner Ernährung ändert? Richtig man wird wieder dick und alles war umsonst.
Auch einen Schlauchmagen kann man überdehnen und an die " alte" Ernährung gewöhnen und er wird schlicht überdehnt.
Ein wichtiger Punkt sind auch die Kosten,denn viele Krankenkassen verweigern die Zahlung einer solchen OP weil sie sehr kostenintensiv ist.
Die Kosten belaufen sich hierbei um ca.
- Magenballon: circa 4000€ (hält jedoch nur 6 Monate)
- Magenband: circa 6000€ + Krankenhausaufenthalt
- Magenbypass: circa 8000€ + Krankenhausaufenthalt
Kommen wir jetzt noch mal zu den Risiken zurück. Die üblichen OP Risiken wie z.B Wundheilungsstörungen, Infektionen oder die Bildung von Blutgerinnseln in den Beinvenen oder der Lunge brauch ich nicht zu erwähnen,denn die hat man bei jeder OP.
Doch bei der Adipositas-OP gibt es noch viel folgeschwere Risiken.
Risiko beim Magenballon
Das größte Risiko beim Magenballon wird
leider häufig ignoriert: Der Magenballon kann nur circa 6 Monate, manche
bis zu einem Jahr im Magen verbleiben, dann muss er entfernt werden.
Die meisten Patienten nehmen nach der Entfernung des Magenballons
schlagartig wieder zu. Häufig wird nach der Entfernung des Magenballons
das Ausgangsgewicht sogar überschritten!
Der Magenballon kann in sehr ungünstigen
Umständen einmal Platzen. Die Hülle des Magenballons ist jedoch so
klein, dass sie auf natürlichem Wege ausgeschiden werden kann. Die
Wirkung des Magenballons ist dann jedoch verloren.
Risiko bei der Magenband Operation
- Verrutschen des Bandes
- Migration des Bandes (das Band gelangt in das Mageninnere)
- Fistelbildung (Bildung einer ungewöhnlichen Verbindung zwischen Hohlorganen oder zu der Haut)
- Infektionen
- Stenose oder Obstruktion (Verengung oder Verschluß)
- Blutungen
- Verletzung der Speiseröhre oder des oberen Magens bei der Einführung des Magenbandes.
- Silikonunverträglichkeit
- Beschädigung des hydraulischen Systems
Risiko bei allen Magenbandtypen
Bei allen Magenband Patienten besteht die
Gefahr, dass große Nahrungsbrocken oder Pillen im Magen liegen bleiben
und die Magenschleimhaut reizen. Aus diesen Gründen sollte auch kein
Aspirin genommen werden.
Viele Patienten erbrechen nach der
Magenbandoperation sehr häufig, vor allem wenn sie undizipliniert essen.
Häufiges Erbrechen kann die Zähne und die Speiseröhre schädigen.
Magenbandpatienten sollten diszipliniert essen und regelmäßig zum
Zahnarzt gehen.
Risiken und Komplikationen nach Magen-Bypass-OP
Die Risiken einer Magenbypass-Operation sind einerseits von allgemeiner Natur (wie bei allen Bauch-OP's):- Infektionen und Wundheilungsstörungen
- Blutungen während und nach der Operation, Transfusionsbedarf
- Organverletzungen (zB. Magen, Milz, Leber)
- Thrombose und Lungen-Embolie
- Leckage aus den Magen/Darm-Nähten mit evtl. nachfolgender Bauchfellentzündung
- Folge-Operationen mit schwerem und oft auch langwierigem Verlauf
- Bildung störender Narben
- Risiko, an OP/Narkose/Komplikationen zu versterben
Darüberhinaus gibt es auch noch einige eingriffs-spezifische Komplikationen:
- Fehlernährung mit Mangelerscheinungen (Blutarmut, Osteoporose)
- Schleimhautentzündungen und Geschwür-Bildungen an Magen/Darm
- Einengung im Bereich der Darmnähte und -verbindungen
- Überdehnung des kleinen Vormagens einschl. Entzündung der Speiseröhre
- Überdehnung des unteren "blinden" Magenanteiles mit akuten Beschwerden
- sog. Dumping-Syndrom incl. Durchfall und Kreislaufstörungen durch Genuß bestimmter Kohlenhydrate (Zucker),
- Entstehung von Gallensteinen
- keine endoskopischen Untersuchungen/Behandlungen von Magen/Zwölffingerdarm mehr möglich
- Intoleranz gegenüber diversen Speisen
- innere und äußere Brüche
- "Therapieversager" in ca 10%-20%
- Blutzucker-Unregelmäßigkeiten va. bei vorbestehendem Diabetes
Risiken nach dem Magenbypass
Mein Fazit ist das effektive Ernährungsumstellung(welche Form ihr dabei wählt bleibt euch Überlassen) und regelmäßige Bewegung viel gesünder ist,als sich an euren Körpern rumschnibbeln zu lassen und evt.nicht mehr aus der Narkose aufzuwachen!!!!!
Mich würde aber auch eure Meinung zu dem Thema interessieren und würde mich freuen,wenn ihr diesen Beitrag hier unten kommentieren würdet. Ich freue mich auf einen angeregten Austausch mit Euch :)
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