A
Aceton
Stoff, der bei der Verbrennung von Fett als Nebenprodukt entsteht. Aceton kann den Körper übersäuern, wenn zu viel davon vorhanden ist.
Adenosintriphosphat (ATP)
Energiereiches Molekül, das die Energie für den Großteil der zellulären Prozesse darstellt.
Adipositas
Krankhaftes Übergewicht, ab einem Body-Mass-Index (BMI) von über 30.
Antidiabetika, orale
Diabetes-Medikamente, die nicht gespritzt, sondern als
Tablette eingenommen werden. Sie werden zur Therapie des Typ-2-Diabetes
eingesetzt.
Antigene
Stoffe, an die sich bestimmte Antikörper gezielt binden können. Antigene sind meist Proteine, können aber auch Kohlenhydrate, Lipide oder andere Komponenten sein.
Antikörper
Lösliche Proteine, die an körperfremde Stoffe (Antigene)
wie Krankheitserreger binden und sie auf diese Weise kennzeichnen. Das
Immunsystem kann anschließend eine Gegenreaktion in Gang setzen und die
Eindringlinge bekämpfen.
Antioxidantien
Pflanzliche Stoffe, die die Zellen und Erbinformation vor
Schäden durch Sauerstoffradikale schützen. Auf Grund dieser
Eigenschaften werden sie oft zur Krebsvorbeugung empfohlen.
Antioxidantien finden sich in vielen Obst- und Gemüsesorten.
ATP
Siehe Adenosintriphosphat
Autoimmunerkrankung
Störung, bei der sich das Immunsystem gegen den eigenen
Körper richtet. Beim Typ-1-Diabetes werden auf diese Weise die Zellen
der Bauchspeicheldrüse zerstört.
B
Ballaststoffe
Vielfachzucker, die für den Menschen nicht verdaubar sind,
zum Beispiel Zellulose. Ballaststoffe machen satt und fördern den
Stuhlgang. Daneben verlangsamen sie die Aufnahme von Zucker und Cholesterin im Darm.
Bauchspeicheldrüse (Pankreas)
Drüse des Magen-Darm-Trakts, die die Verdauung unterstützt. Daneben produziert sie die Hormone Insulin und Glucagon.
Basalinsulin
Grundbedarf an Insulin, den die Bauchspeicheldrüse unabhängig von den Mahlzeiten abgibt.
Beta-Zellen
Zelltyp im Gewebe der Bauchspeicheldrüse, der das Hormon Insulin ausscheidet.
Blutzucker, Blutzuckerspiegel
Menge an im Blut vorhandenem Zucker. Der Blutzuckerspiegel wird durch die Hormone Insulin und Glucagon beeinflusst.
Body-Mass-Index
Der Body-Mass-Index ist ein Maß dafür, ob das Körpergewicht
im Normalbereich liegt oder nicht. Er wird an Hand der Körpergröße und
des Gewichts berechnet. Der Bereich für einen optimalen Body-Mass-Index
unterscheidet sich abhängig von der Altersgruppe.
Broteinheit
Maß für die Menge an Kohlenhydraten, die in einem Lebensmittel enthalten sind. 1 BE entspricht in Deutschland etwa 12 g Kohlenhydraten.
C
Cholesterin
Das Cholesterin gehört zu den Fetten
und ist im Wesentlichen aus einem Kohlenwasserstoffgerüst aufgebaut. Es
kann über die Nahrung in den Körper gelangen, wird aber auch
eigenständig produziert, hauptsächlich in der Leber. Das Cholesterin
kann sich in Form von Komplexen organisieren, die eine niedrige Dichte
(LDL) oder eine hohe Dichte (HDL) haben. Das Mengenverhältnis zwischen
diesen beiden Formen korreliert mit dem Risiko für Herzerkrankungen. Im
Normalfall sollte es LDL/HDL gleich 3,5 betragen.
D
Diabetischer Fuß
Folgekomplikation des Diabetes. Durch Nerven- und
Durchblutungsstörungen verlieren die Betroffenen das Gefühl im Fuß und
entwickeln häufiger Geschwüre.
Disaccharide
Fachbegriff für Zweifachzucker
DNS / DNA
Desoxyribonukleinsäure (engl.: deoxyribonucleic acid).
Langkettiges Molekül, auf dem die Erbinformation gespeichert ist. Die
DNS besteht aus Zuckermolekülen, Phosphat und vier Basen (Adenin,
Guanin, Cytosin, Thymin). Die Abfolge der Basen bildet den genetischen
Code. Die DNS besteht aus zwei gegenläufigen Strängen, die wie ein
Reißverschluss miteinander verbunden sind. Dabei passen immer zwei Basen
genau zusammen: Adenin bindet nur an Thymin und Guanin nur an Cytosin.
E
Einfachzucker
Zuckermoleküle sind aus Einheiten von Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff aufgebaut. Der bekannteste Einfachzucker ist Glukose. Lagern sich mehrere Einfachzucker aneinander und verbinden sich, entstehen Zweifachzucker oder sogar Vielfachzucker.
Energiebilanz
Verhältnis zwischen Energieverbrauch und Energieaufnahme.
Ist die Aufnahme größer als der Verbrauch, ist die Energiebilanz
positiv. Dies ist während des Wachstums der Fall. Nach abgeschlossener
Wachstumsphase führt eine positive Energiebilanz zu einer
Gewichtszunahme. Abnehmen ist nur bei negativer Energiebilanz möglich.
Enzym
Protein,
das den Ablauf chemischer Reaktionen steuert und beschleunigt
(Katalysator). Die Reaktion läuft dabei an einem bestimmten Teil des
Enzyms ab, dem sogenannten aktiven Zentrum.
F
Fett
Chemische Verbindung aus einem Glycerinmolekül mit angehängten Fettsäuren. Fette sind wichtige Energielieferanten im Körper.
Fettsäuren
Teile von Fetten,
die aus Kohlenstoffatomen bestehen. Je nachdem, ob diese nur mit
Einfachbindungen miteinander verbunden sind, oder auch eine oder mehrere
Doppelbindungen enthalten, unterscheidet man gesättigte oder
ungesättigte Fettsäuren.
G
Gen
Bestimmte Abfolge von Basen entlang der DNA, die den Code für ein funktionierendes Protein darstellt.
Gestationsdiabetes
Diabetes, der während der Schwangerschaft entsteht und
hinterher wieder verschwindet. Ein gewisser Prozentsatz der Betroffenen
entwickelt nach einigen Jahren jedoch einen manifesten Diabetes. Siehe
auch Schwangerschaftsdiabetes.
Glucagon
Hormon, das als Gegenspieler von Insulin wirkt und in den Langerhans-Inseln in der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Glucagon wird ausgeschüttet, wenn der Blutzuckerspiegel zu niedrig ist und führt zum Abbau von Glykogen zu Glukose.
Glukose
Aus sechs Kohlenstoffatomen aufgebauter Einfachzucker. Glukose ist einer der wichtigsten Energielieferanten im Körper. Die Aufnahme der Glukose in die Körperzellen wird durch das Hormon Insulin gesteuert.
Glukosurie
vermehrte Ausscheidung von Glukose mit dem Harn.
Glykämischer Index
Gibt an, wie schnell der in einem Lebensmittel enthaltene
Zucker ins Blut gelangt. Der glykämische Index ist unter Anderem
abhängig vom Fasergehalt und der Zubereitungsart der Nahrung.
Glykogen
Langkettiger Vielfachzucker, der aus Glukoseeinheiten aufgebaut ist und als Energiespeicher dient.
H
HbA1c-Wert
Maß für den langfristigen Blutzuckerwert. Zeigt an, wieviele Zuckermoleküle an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin gebunden sind.
Hormon
Botenstoffe, die in Drüsengeweben gebildet und über den
Blutkreislauf transportiert werden. Hormone steuern durch ihre Signale
viele Vorgänge im Körper, zum Beispiel regulieren sie den Blutzuckerspiegel (siehe Insulin).
Hyperglykämie
Siehe Überzucker
Hyperlipidämie
Erhöhte Blutfettwerte
Hypoglykämie
Siehe Unterzucker.
Hypothalamus
Hirnregion, die als Schnittstelle zwischen Hormon- und
Nervensystem fungiert. Der Hypothalamus kann Nervensignale empfangen und
schüttet daraufhin bestimmte Hormone aus.
I
IGT
Steht für Englisch „impaired glucose tolerance“ und bezeichnet eine Störung in der Glukosetoleranz. Dabei kommt es zu Überzucker, beispielsweise nach dem Essen. Im Gegensatz zu Diabetikern ist der Blutzuckerspiegel bei IGT-Patienten in nüchternem Zustand aber normal. IGT kann nach einiger Zeit zu einem Diabetes führen.
Insulin
Körpereigenes Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Es bewirkt eine Steigerung der Glukoseaufnahme in die Körperzellen. Als Folge sinkt der Blutzuckerspiegel.
Insulinanaloga
Stoffe, die ähnlich wie Insulin aufgebaut sind. Im Unterschied zum echten Insulin haben sie eine veränderte Wirkungsdauer.
Insulinresistenz
Phänomen, dass die Körperzellen weniger auf das Hormon Insulin
reagieren. Das Insulin bindet zwar nach wie vor an die korrekten
Rezeptoren, doch die Weiterleitung des Signals geschieht nur ungenügend.
K
Kalorie
Einheit, mit der der Energiegehalt in Nahrungsmitteln
angegeben wird, normalerweise ausgedrückt in Kilokalorien (1000 Kalorien
= 1 Kilokalorie)
Ketoazidose
Übersäuerung. Bei Insulinmangel kommt es zu einem verstärkten Abbau von Fetten, wodurch saure Ketonkörper entstehen, die den Körper übersäuern.
Ketonurie
Ausscheidung von Ketonkörpern im Urin. Diese entstehen, wenn der Körper Fette verbrennt. Chemisch gesehen gehören Ketonkörper zur Gruppe der Säuren. Sind zu viele davon im Körper, kommt es zur Ketoazidose.
Kohlenhydrate
Überbegriff für verschieden große Zuckermoleküle, die wir
mit der Nahrung aufnehmen. Kohlenhydrate dienen als Energiespeicher. Bei
Bedarf werden sie in Einfachzucker (Glukose) gespalten.
Kreatinin
Stoff, der in Muskeln und Nervenzellen gebildet und über die
Niere ausgeschieden wird. Die Menge an Kreatinin im Blut kann deshalb
als Marker für deren Leistungsfähigkeit herangezogen werden.
L
Langerhans-Inseln
Zellansammlungen in der Bauchspeicheldrüse, die die Hormone Glucagon und Insulin produzieren. Sie sind hauptsächlich aus Alpha- und Beta-Zellen aufgebaut.
Lymphozyten
Einer von fünf Typen weißer Blutkörperchen, die gefährliche
Fremdsubstanzen im Körper bekämpfen. Man unterscheidet zwei Arten von
Lymphozyten, die als B-Zellen und T-Zellen bezeichnet werden.
M
Makroalbuminurie
Fortgeschrittenes Stadium der Mikroalbuminurie,
bei der die Rate der Eiweißausscheidung im Urin stark erhöht ist (über
300 mg innerhalb von 24 Stunden an zwei von drei Tagen).
Makroangiopathie
Schädigung der großen Blutgefäße durch den Diabetes. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine Arteriosklerose.
Metabolisches Syndrom
Vorstufe des Typ-2-Diabetes, bei der die Glukose nur noch ungenügend in die Körperzellen aufgenommen wird. Als Folge kommt es zu einem Anstieg des Blutzuckers.
Mikroalbuminurie
Ausscheidung von geringen Mengen Eiweiß, die im Urin gemessen werden können und ein erstes Zeichen einer Nephropathie sind.
Mikroangiopathie
Schädigung der kleinen Blutgefäße, die unter Anderem zu Sehstörungen und Nierenproblemen führen kann.
Mischinsulin
Vorgefertigte Mischung aus kurz- und langwirkendem Insulin, um sowohl den Grundbedarf als auch den Insulinbedarf nach den Mahlzeiten zu decken.
Monosaccharide
Fachbegriff für Einfachzucker.
N
Nephropathie
Schädigung der Nieren durch den Diabetes, die lange Zeit
keine Beschwerden hervorruft und im Frühstadium kaum zu erkennen ist.
Eiweißausscheidungen im Urin sind die erste Möglichkeit, einen
Nierenschaden festzustellen.
Neuropathie
Schädigung des Nervensystems auf Grund des Diabetes. Sowohl
das senso-motorische Nervensystem, als auch das autonome Nervensystem
kann betroffen sein.
Nüchternglukose
Blutzuckerspiegel bei nüchternem Magen.
P
Pankreas
Siehe Bauchspeicheldrüse.
Placebo
Wirkstofffreies Präparat. Ein Placebo dient als
Vergleichsmittel in wissenschaftlichen Studien. Damit können
Beobachtungen, die während der Studie gemacht werden, differenziert
werden. Treten bestimmte Effekte zum Beispiel sowohl bei den Probanden
der Placebo-Gruppe als auch in der Gruppe mit dem echten Wirkstoff auf,
sind sie nicht auf den Wirkstoff zurückzuführen.
Polysaccharide
Fachbegriff für Vielfachzucker.
postprandial
Fachausdruck für „nach dem Essen“. Der Blutzucker steigt nach den Mahlzeiten an. Dies wird als „postprandialer Glukoseanstieg“ bezeichnet.
Proteine
Komplex strukturierte Moleküle, die vielfältige Aufgaben im
Körper übernehmen. Sie haben die Fähigkeit, andere Moleküle spezifisch
zu binden und wieder zu lösen. Proteine bestehen aus Aminosäureketten,
die auf komplexe Weise angeordnet und gefaltet sind.
R
Retinopathie
Schäden am Augenhintergrund, die durch den Diabetes entstehen und im Extremfall zur Erblindung führen können.
S
Schwangerschaftsdiabetes
Diabetes, der erstmals während der Schwangerschaft diagnostiziert wird. Meistens normalisiert sich der Blutzuckerspiegel nach der Schwangerschaft wieder. Siehe auch Gestationsdiabetes.
Sekretion
Abgabe von Stoffen aus einem Gewebe, meistens aus Drüsen.
Spurenelemente
Mineralische Substanzen, von denen der menschliche Körper nur eine sehr geringe Menge benötigt.
Stoffwechsel
Die Gesamtheit aller chemischen Prozesse, die im Körper ablaufen.
T
Traubenzucker
Siehe Glukose
Triglycerid
Andere Bezeichnung für Fett.
U
Unterzucker
Zu niedriger Blutzuckerspiegel, ab weniger als 50 mg/dl. Eine Unterzuckerung kann zu einem bedrohlichen Koma führen.
Überzucker
Zu hoher Blutzuckerspiegel. Überzucker kann im schlimmsten Fall zu Bewusstlosigkeit und Koma führen.
V
Vielfachzucker
Sehr große Zuckermoleküle, die aus vielen miteinander verbundenen Einfachzuckern aufgebaut sind. Die Speicherstoffe Stärke und Glykogen zählen zu dieser Gruppe.
Vitamin D
Vitamin, das in Ei und Milchprodukten vorkommt, aber bei
Sonneneinwirkung auch von der Haut hergestellt werden kann. Es spielt
eine wichtige Rolle für das Knochenwachstum.
Z
Zucker
Aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff aufgebaute
Moleküle, die als wichtige Energielieferanten für den Körper dienen. Je
nach ihrer Größe unterscheidet man Einfachzucker, Zweifachzucker und Vielfachzucker.
Zweifachzucker
Größeres Zuckermolekül, das aus zwei miteinander verbundenen Einfachzucker-Molekülen besteht.